Nachhaltige Brautmode von therese & luise: Wie die Gründerin über Nachhaltigkeit im Brautmodengeschäft denkt

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Nachhaltige Brautmode klingt für viele noch nach Kompromiss – dabei zeigt sich gerade in dieser Branche, wie zeitgemäßes Design und ökologische Verantwortung zusammenpassen. Bettina Hirtreiter hat mit therese & luise in München ein Konzept entwickelt, das Brautkleider nicht als Eintagsprodukt versteht, sondern als langlebige Mode mit durchdachter Lieferkette.

In diesem Interview erklärt sie, warum Zweiteiler-Brautkleider mehr Flexibilität bieten, wie regionale Produktion funktioniert und welche Rolle Materialwahl und Weiterverwendung spielen. Konkrete Einblicke in ein Geschäftsmodell, das zeigt: Nachhaltige Brautmode ist keine Nische mehr, sondern eine echte Alternative.

Nachhaltige Brautmode: Was bedeutet das wirklich und warum es heute wichtiger denn je ist

Weltweit werden in mehr als 80 Ländern rund 25 Millionen Brautkleider produziert. Eine Zahl, die zeigt, wie groß diese Industrie tatsächlich ist. Und gleichzeitig macht sie das Problem deutlich: Die meisten dieser Kleider werden nur ein einziges Mal getragen, dann landen sie im Schrank oder werden entsorgt. Ressourcen, Arbeitskraft und Materialien für einen einzigen Tag. Dabei achten immer mehr Bräute auf nachhaltige Materialien, faire Produktion und Langlebigkeit. Zentrale Kriterien sind umweltfreundliche Stoffe wie Eco-Logic Baumwolle, bei der auf Pestizide und chemische Stoffe verzichtet wird, transparente Sozialstandards und vor allem die Frage: Was passiert mit dem Kleid nach der Hochzeit?

Nachhaltige Brautmode bedeutet mehr als nur ein Label. Es geht um die gesamte Lieferkette, um faire Löhne für die Näherinnen, um regionale Fertigung statt anonymer Massenproduktion. Gerade für Paare, die ihre Hochzeit bewusst planen, ist das ein wichtiges Thema. Ob bei der Tiny Wedding in den Bergen oder bei der klassischen Feier: Das Brautkleid ist oft das emotionalste Kleidungsstück im Leben einer Frau. Und es kann eine Geschichte haben, die über den Hochzeitstag hinausgeht.

Therese & luise im Portrait: Was Bettina Hirtreiter anders macht als klassische Brautmodenläden

Wie alles begann: Die Geschichte hinter therese & luise

Bettina Hirtreiter gründete therese & luise aus einer klaren Überzeugung heraus: Brautmode muss nicht nach einem Tag im Schrank verschwinden. Die Idee entstand nicht aus einem Trend heraus, sondern aus dem Wunsch, Mode zu schaffen, die bleibt. Nachhaltigkeit war von Anfang an fester Bestandteil der Marke. „Ich wollte Brautkleider entwerfen, die nicht nur für diesen einen Moment gemacht sind, sondern die Frauen auch danach noch tragen können„, erzählt Bettina Hirtreiter. Dieser Gedanke bestimmt bis heute jedes Design, jede Stoffwahl im Atelier.

Die Marke therese & luise steht für eine andere Art von Brautmode. Eine, die sich bewusst gegen Massenproduktion stellt und auf Maßanfertigung setzt. Jedes Kleid wird individuell auf Bestellung gefertigt, überwiegend in Bayern. Das bedeutet längere Vorlaufzeiten, aber auch Einzigartigkeit und höchste Qualität. Für viele Bräute, die Wert auf persönliche Beratung legen, ist diese Arbeitsweise ein Gegenprogramm zu großen Brautmodenketten.

Nachhaltige Brautkleider aus München: Das Konzept im Detail

Das Konzept von therese & luise beginnt bei den Materialien. Bio-Seide aus kontrolliert ökologischem Anbau, Spitzen und Hauptstoffe aus Europa, vor allem Frankreich, dazu Futterstoffe und Zubehör wie Reißverschlüsse aus Deutschland. „Mir ist wichtig, dass wir wissen, woher unsere Materialien kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden„, erklärt Bettina Hirtreiter. „Auch beim Thema Tierschutz schauen wir genau hin, gerade bei der Seidengewinnung.“

Die Produktion erfolgt regional, oft im eigenen Atelier oder bei langjährigen Partnern in Bayern. Faire Produktionsbedingungen und transparente Abläufe sind keine Marketingphrasen, sondern werden hier tatsächlich umgesetzt. Das hat seinen Preis, aber es schafft Wert. „Faire Löhne und hochwertige Stoffe kosten mehr als Massenware. Aber dafür bekommt die Braut ein Kleid, das perfekt sitzt, lange hält und mit gutem Gewissen getragen werden kann„, so Bettina Hirtreiter. Wer sich für ein Vintage oder Second Hand Brautkleid entscheidet, findet bei therese & luise auch Musterkleider, die weiterverkauft werden.

Brautkleid Zweiteiler und modulare Designs: Flexibilität statt Eintagsfliege

Ein besonderes Merkmal der Marke sind die Brautkleid Zweiteiler. Viele Designs bestehen aus Rock und Oberteil, die separat getragen werden können. Das schafft Flexibilität: Nach der Hochzeit lässt sich das Oberteil zur Jeans kombinieren, der Rock zu besonderen Anlässen tragen. Manche Stoffe sind sogar färbbar, sodass das Kleid später eine neue Farbe bekommen kann. „Ich möchte, dass Bräute ihr Kleid nicht als Einwegprodukt sehen, sondern als etwas, das sie begleiten kann“, sagt Bettina Hirtreiter.

Auch alte Brautkleider, etwa Erbstücke, können umgearbeitet werden. Anpassungen sind auch nach der Hochzeit möglich. Die Schnitte sind so gestaltet, dass wenig Stoffverschnitt entsteht, Reste werden weiterverwendet. Selbst der Versand erfolgt nahezu plastikfrei mit papierbasierten Verpackungsmaterialien. Für Paare, die ihre Hochzeit von Anfang an nachhaltig planen möchten, bietet therese & luise eine echte Alternative.

Wie Bettina Hirtreiter über Nachhaltigkeit im Brautmodengeschäft denkt: und was das für euch als Paar bedeutet

Materialien, Produktion und faire Lieferketten: worauf es wirklich ankommt

Weltweit werden in mehr als 80 Ländern rund 25 Millionen Brautkleider produziert. Bettina Hirtreiter von therese & luise ist einen anderen Weg gegangen: „Nachhaltigkeit war von Anfang an Teil unserer Marke, nicht nachträglich ergänzt. Ich wollte langlebige Brautmode schaffen statt Einmalnutzung.“

Die Materialauswahl bei therese & luise folgt bestimmten Prinzipien. „Wir verwenden Bio-Seide aus kontrolliert ökologischem Anbau und achten auf Tierschutz bei der Seidengewinnung“, erklärt Bettina Hirtreiter. Die Spitzen und Hauptstoffe kommen überwiegend aus Europa, vor allem aus Frankreich. Futterstoffe und Zubehör wie Reißverschlüsse aus Deutschland. Regionale Lieferketten bedeuten mehr als nur kurze Transportwege.

Produziert wird regional in Bayern, überwiegend in kleinen Ateliers oder im eigenen Atelier. „Faire Produktionsbedingungen sind mir wichtig. Ich kenne die Menschen, die meine nachhaltigen Brautkleider fertigen, persönlich. Das schafft Vertrauen“, sagt die Gründerin. Jedes Kleid wird ausschließlich auf Bestellung gefertigt. Die Schnitte sind so angelegt, dass wenig Stoffverschnitt entsteht, vorhandene Stoffreste werden weiterverwendet.

Für Paare, die ihre Hochzeit im Ausland planen, noch ein Detail: Der Versand erfolgt nahezu plastikfrei. Die Verpackungsmaterialien bei therese & luise sind papierbasiert, vom Kleidersack bis zur Versandbox.

Warum nachhaltige Brautkleider nicht teurer sein müssen

Die Frage nach dem Preis kommt meist zuerst, wenn es um nachhaltige Mode geht. „Faire Produktion und regionale Fertigung in Bayern kosten konkret mehr als Massenproduktion in Billiglohnländern“, sagt Bettina Hirtreiter. „Aber nachhaltige Brautkleider müssen nicht zwangsläufig teurer sein, wenn man den gesamten Lebenszyklus betrachtet.“

Viele Kleider bei therese & luise sind als Brautkleid Zweiteiler konzipiert, mit Rock und Oberteil separat kombinierbar. „Einzelteile können nach der Hochzeit weitergetragen oder umgestaltet werden. Unsere Stoffe sind oft färbbar für eine spätere Nutzung“, erklärt sie. Diese Flexibilität macht den anfänglichen Preis zu einer anderen Rechnung.

Möglich ist auch die Umarbeitung alter Brautkleider, etwa von Erbstücken. „Wir bieten Anpassungen und Veränderungen auch nach der Hochzeit an. Ein Brautkleid muss kein Eintagskleid sein.“ Besonders bei der Planung mit einem erfahrenen Team lässt sich das Budget so aufteilen, dass nachhaltige Entscheidungen drin sind.

Die Sache mit dem Weiterverkauf und der Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft ist bei therese & luise normale Praxis. „Unsere Musterkleider verkaufen wir weiter als Second Hand oder Vintage Stücke“, berichtet Bettina Hirtreiter. „Das verlängert die Nutzungsdauer und macht hochwertige nachhaltige Brautmode auch für kleinere Budgets zugänglich.“

Die modularen Designs unterstützen das. Ein Brautkleid Zweiteiler lässt sich nach der Hochzeit auseinandernehmen. Der Rock wird zum Festtagsrock, das Oberteil zu einer Bluse für besondere Anlässe. „Manche Bräute färben ihren Rock später ein und tragen ihn zu anderen Festen. Das ist die Flexibilität, die ich mir vorstelle„, sagt die Gründerin.

Die Zusammenarbeit mit Profis wie erfahrenen Dienstleistern hilft dabei, ein stimmiges Gesamtkonzept zu entwickeln, in dem nachhaltige Brautmode ein natürlicher Bestandteil ist.

Häufige Fragen zu nachhaltiger Brautmode und therese & luise

Sind nachhaltige Brautkleider nur was für Öko-Hochzeiten?

Nein. Nachhaltige Brautmode passt zu jedem Hochzeitsstil, ob klassisch elegant, modern minimalistisch oder romantisch verspielt. Die Designs von therese & luise zeigen, dass nachhaltige Brautkleider genauso vielfältig sind wie konventionelle Mode. Es geht um die Haltung hinter der Wahl, nicht um einen bestimmten Look.

Wie lange dauert die Produktion eines nachhaltigen Brautkleids?

Da jedes Kleid bei therese & luise auf Bestellung gefertigt wird, solltet ihr etwa drei bis sechs Monate Vorlaufzeit einplanen. Diese Zeit braucht es für die individuelle Anpassung und die sorgfältige Verarbeitung in kleinen Ateliers. Diese Vorlaufzeit ermöglicht echte Maßanfertigung.

Kann ich ein Brautkleid von therese & luise auch online bestellen?

Grundsätzlich ist eine Beratung vor Ort im Münchner Atelier empfehlenswert, um Stoffe zu fühlen und Schnitte anzuprobieren. Für Bräute, die weiter entfernt wohnen, gibt es aber auch Möglichkeiten der Fernberatung. Am besten direkt bei Bettina Hirtreiter nachfragen, welche Optionen für eure Situation passen.

Was kostet ein Brautkleid Zweiteiler bei therese & luise?

Die Preise variieren je nach Material, Aufwand und individuellen Anpassungen. Grundsätzlich liegen die Brautkleid Zweiteiler im mittleren bis gehobenen Preissegment, vergleichbar mit qualitativ hochwertiger konventioneller Brautmode. Der Unterschied liegt in der nachhaltigen Produktion und der Möglichkeit, die Teile auch nach der Hochzeit weiterzutragen.

Gibt es nachhaltige Brautmode auch in großen Größen?

Ja, da bei therese & luise jedes Kleid individuell angefertigt wird, ist die Größe kein limitierender Faktor. Die Maßanfertigung ermöglicht es, jedes Kleid exakt auf eure Figur anzupassen, unabhängig von Konfektionsgrößen. Das ist ein Vorteil gegenüber der Standardproduktion.

Fazit: Nachhaltige Brautmode ist mehr als ein Trend – es ist eine Haltung

Weltweit werden jedes Jahr in mehr als 80 Ländern rund 25 Millionen Brautkleider produziert. Eine gewaltige Zahl, die zeigt, welche Dimensionen diese Branche hat. Genau diese Massenproduktion steht im Kontrast zu dem, wofür Bettina Hirtreiter mit therese & luise steht. Während die globale Brautmodenindustrie auf schnelle Produktion und hohe Stückzahlen setzt, hat sich die Münchnerin für einen anderen Weg entschieden: Maßanfertigung statt Massenware, regionale Fertigung statt anonymer Lieferketten.

„Nachhaltige Brautmode bedeutet für mich nicht nur, ökologische Materialien zu verwenden“, sagt Bettina Hirtreiter. „Es geht um die grundsätzliche Frage: Wie gehen wir mit Ressourcen um? Und welchen Wert hat ein Kleid über den einen Tag hinaus?“ Diese Fragen haben sie von Anfang an geleitet. Faire Produktionsbedingungen und regionale Fertigung in Bayern kosten mehr als die industrielle Massenproduktion, das ist klar. Doch dieser höhere Preis hat einen Gegenwert: für die Umwelt, für die Menschen in der Lieferkette und für die Braut selbst, die ein Kleid erhält, das mit Sorgfalt gefertigt wurde. Jedes Kleidungsstück entsteht in enger Absprache mit der Braut und wird genau auf ihre Wünsche und ihre Figur abgestimmt. Diese intensive Betreuung macht den Unterschied zu industriell gefertigten Kleidern aus.

Die nachhaltigen Brautkleider von therese & luise zeigen, dass Verantwortung und Ästhetik sich nicht ausschließen. Der Brautkleid Zweiteiler ist dabei mehr als nur ein Design-Element. Er zeigt, dass Brautmode wandelbar sein kann und nach der Hochzeit ein neues Leben beginnen kann. Während weltweit Millionen von Kleidern nach einem einzigen Tag im Schrank verschwinden, entstehen hier Stücke, die getragen, verändert und weitergegeben werden können. Diese Art von Langlebigkeit ist in einer Zeit, in der faire Produktion und Herstellung von Kundinnen am häufigsten als Kaufkriterium genannt werden, wichtiger denn je. Ein Rock kann später mit einer anderen Bluse kombiniert werden, ein Top lässt sich zu festlichen Anlässen erneut tragen.

Für Paare, die ihre Hochzeitsplanung nachhaltig gestalten möchten, ist das Brautkleid oft der erste Schritt. Doch die Haltung dahinter geht weiter: Es ist die Entscheidung für einen Herrenausstatter, der auf faire Materialien achtet, die Wahl eines Fotografen, der digital arbeitet und Reisen minimiert, oder die Planung einer intimen Hochzeit, die bewusst auf Überfluss verzichtet. Nachhaltige Brautmode ist also Teil eines größeren Ganzen. Jede Entscheidung fügt sich in ein Gesamtbild ein, das zeigt, welche Werte dem Paar wirklich wichtig sind.

„Ich erlebe immer wieder, dass Bräute zu uns kommen, weil sie sich mit der klassischen Brautmodenindustrie nicht identifizieren können“, erzählt Bettina Hirtreiter. „Sie wollen wissen, woher ihr Kleid kommt und wer es genäht hat. Das sind Fragen, die vor zehn Jahren kaum jemand gestellt hat. Heute sind sie zentral.“ Diese Entwicklung zeigt, dass nachhaltige Brautkleider längst keine Nische mehr sind, sondern eine Alternative für Frauen, die ihre Werte auch am wichtigsten Tag ihres Lebens nicht über Bord werfen möchten. Die Transparenz in der Lieferkette gibt Bräuten die Sicherheit, dass ihr Kleid unter fairen Bedingungen entstanden ist.

Therese & luise zeigt, dass nachhaltige Brautmode weder Verzicht noch Kompromiss bedeutet. Sie schafft einen Gegenwert und verbindet Schönheit mit Verantwortung. In einer Welt, in der Millionen Kleider produziert werden, ist jede bewusste Entscheidung ein Zeichen. Und jede Braut, die sich für ein Kleid entscheidet, das mit Respekt für Mensch und Umwelt gefertigt wurde, trägt zu einem Wandel bei. Das macht nachhaltige Brautmode zu mehr als einem Trend. Es ist eine Haltung, die bleibt.

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